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Heidi Sill

07. 12. 08. bis 30. 01. 09. Heidi Sill, Traces


Einschreibungen auf der Oberfläche der Haut, Verletzungen und Male, damit Begriffe wie die Spur und der Abdruck, sind für Heidi Sills Arbeit von zentraler Bedeutung. Bilder von physischen ‘Markierungen’ des Körpers werden auf Ihre Spuren hin untersucht, in eine Systematik des Abbilds gegossen und in fragiler Lineatur nachgezogen.

Namensgebend für die Ausstellung bei Visite ma tente ist die Serie der Tuschezeichnung Traces. In diesen großformatigen Zeichnungen webt ein Gewimmel von sich kreuzenden Linien die kartographierte Oberfläche eines Palimpsestes: Linien, deren Ursprung sich in Bildern von Verletzungen finden. Spuren die Verbrennungen in Gesichtern hinterlassen haben. Mit ihrem Tuschestift durchfurcht sie die Oberfläche, um die dahinter liegende Tiefe zu sondieren, und zu belegen. Die Zeichnungen erscheinen wie ein archäologisches Verzeichnis oder eine topographische Aufzeichnung.

In den farbigen Tuschezeichnungen Hannah1 und Jean2fungiert die Linie als Mittel zur Vergegenwärtigung des Portraits. Die Struktur der Haare wiederholt sich im Gesicht ,und wird zu einem die Wahrnehmung verwirrenden Motiv: Chirurgische Freilegung der Gesichtsmuskulatur, medizinische Rekonstruktion oder rituelles Tattoo.

Die Spuren, denen sich Heidi Sill annimmt, die Narben oder Stigmata, sind physischer Art, aber sie können ebenso kultureller Natur sein, wenn es sich um Tattoos, Make-up oder andere ästhetische Zwänge, von der Schönheitsoperation bis zu rituellen Verstümmelungen, handelt. Diese kulturelle Dimension ist ebenfalls in den neuesten Arbeiten präsent, bei denen Puppen als Träger neuer ‘Spuren/ Traces’ dienen.

Mj Ourtilane

Weil wir jedes Jahr Partner des Club Transmediale sind, ist dieses Jahres Heidi Sill zum CTM eingeladen. Sie präsentiert im Club Maria eine Wandzeichnung.
1 Portrait der Künstlerin Hannah Wilke
2 Supermodel Jean Patchett aus den 50ern